Durch das Faktorlabyrinth zu massgeschneiderten Aktienstrategien
QuantAreas Ansatz für systematische Aktienstrategien – basierend auf ökonomischen Grundprinzipien und einer robusten Portfoliokonstruktion
In den vergangenen vier Jahrzehnten hat die akademische Forschung zu faktorbasierten Aktienstrategien die Portfoliokonstruktion grundlegend verändert. Aktien nach bestimmten Merkmalen zu unterscheiden und auszuwählen, hat sich zu einem weit verbreiteten Ansatz entwickelt. Heute ist es Standard, Portfolios sowohl in ihrer Konstruktion als auch in der Analyse ihrer Performance durch die Faktorbrille zu betrachten.
Die Vielzahl an Publikationen und wissenschaftlichen Arbeiten hat unser gemeinsames Verständnis von Märkten und Portfoliokonstruktion zweifellos erheblich erweitert. Gleichzeitig hat sie Praktiker jedoch vor ein echtes Navigationsproblem gestellt: den richtigen Weg durch das sich ständig ausweitende Faktorlabyrinth zu finden.
Die Lücke zwischen akademischer Theorie und institutioneller Praxis
Der Übergang von der akademischen Forschung in eine praxistaugliche Lösung besteht aus weit mehr, als einfach ein Modell aus einer Publikation zu übernehmen. Akademische Faktorportfolios sind typischerweise als Long/Short‑Konstrukte ausgelegt, ignorieren Liquiditätsbeschränkungen und berücksichtigen Transaktionskosten oft nicht. Eine direkte, eins‑zu‑eins‑Umsetzung dieser Modelle funktioniert daher selten. Zudem machen regulatorische Vorgaben viele dieser Ansätze für die meisten institutionellen Anleger in der Praxis unbrauchbar. Veröffentlichte Backtests wirken auf risikoadjustierter Basis überzeugend und übertreffen häufig über 30 oder sogar 50 Jahre hinweg einen Benchmark, der ausschliesslich auf Marktkapitalisierung beruht. Doch das ist eine notwendige, nicht aber eine hinreichende Bedingung für eine erfolgreiche Anlagestrategie.
Tatsächlich zählt für die meisten professionellen und institutionellen Anleger der Verlauf der Performance innerhalb des Anlagehorizonts ebenso viel wie das langfristig erwartete Ergebnis. Damit eine Strategie glaubwürdig bleibt und beibehalten wird, müssen Phasen der Underperformance minimiert werden – in Häufigkeit, Dauer und Ausprägung. Die unvermeidliche Frage, die sich Anleger stellen, lautet: War diese Outperformance Glück, das Ergebnis besonderer Umstände oder etwas Systematisches, das sich mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholen lässt?
Die House View: Ausgangspunkt für Ihre individuelle Investmentlösung
Bei QuantArea entwickeln wir gemeinsam mit professionellen und institutionellen Anlegern massgeschneiderte Aktienstrategien, die ihre Anlagephilosophie und ihre Marktpositionierung widerspiegeln. Unsere Kunden erhalten schnellen Zugang zu unserer modernen Infrastruktur und zu unbegrenzt modellierfähigen Daten. Diese Ressourcen verbinden wir mit tiefgehender Expertise und langjähriger Erfahrung in der Konstruktion systematischer, replizierbarer und nachvollziehbarer Portfolios.
Um den Austausch mit unseren Kunden zu strukturieren, haben wir einen konzeptionellen und methodischen Rahmen für die Portfoliokonstruktion definiert. Er dient uns als Kompass durch das Faktorlabyrinth. Wir nennen ihn die House View. Sie ist der Ausgangspunkt auf dem Weg zu einer vollständig personalisierten Investmentlösung.
Wir verfolgen einen bewusst ausgewogenen Ansatz, wie wir Faktoren – oder präziser: Unternehmensmerkmale – in der Portfoliokonstruktion einsetzen.
Wir beginnen mit einer Grundsatzfrage: Warum sollte man überhaupt in Aktien investieren? Die Antwort prägt unser gesamtes konzeptionelles Rahmenwerk. Aktieninvestitionen, ob öffentlich oder privat, ermöglichen es Anlegern, an der wirtschaftlichen Entwicklung, Innovation, technologischem Fortschritt und Produktivitätsgewinnen einer Volkswirtschaft oder Region teilzuhaben. Auf Unternehmensebene übersetzt sich dies in das Potenzial zur Generierung von Cashflows, das wir über Profitabilitäts‑ und Wachstumskennzahlen approximieren.
Doch die Fähigkeit zur Cashflow‑Generierung ist nur die halbe Wahrheit. Wie die Net‑Present‑Value‑Regel (NPV) zeigt, müssen wir auch die Kosten dieser Investition berücksichtigen – wie viel Kapital erforderlich ist, um den erwarteten Cashflow zu erzeugen. Diese approximieren wir über den Faktor Value sowie über den Faktor Investment als alternativen Kandidaten aus der akademischen Literatur1. Gemeinsam bilden Cashflow‑Potenzial und Bewertung die Grundlage der erwarteten Rendite: Unsere Portfolioselektion bevorzugt Unternehmen, die im Durchschnitt ein höheres Cashflow‑Potenzial mit gleicher oder geringerer Bewertung im Vergleich zum breiten marktkapitalisierungsgewichteten Universum kombinieren. In NPV‑Begriffen: Unser „Portfolio‑Projekt“ soll mehr Wert schaffen als das „Benchmark‑Projekt“.
Robuste, beständige Ergebnisse erfordern ein anspruchsvolles Optimierungsverfahren
Eine solide ökonomische Begründung ist nur die halbe Arbeit. Wir kombinieren sie mit einer modernen Methodik der Portfoliokonstruktion, die darauf ausgelegt ist, Mehrwert nicht nur über den gesamten Anlagehorizont zu liefern, sondern auch kurzfristig und mittelfristig so konsistent und robust wie möglich — indem Ausmass, Häufigkeit und Dauer von Phasen der Underperformance auf ein Minimum reduziert werden.
Dies erfordert ein umfassendes Optimierungsframework – eines, das Abweichungen bei Portfoliocharakteristiken sorgfältig kontrolliert, die zwar nicht die primären Performance‑Treiber unseres Modells sind, aber wesentlich zur Stabilität beitragen. Dazu gehören Risikokennzahlen wie Beta, Standardabweichung und Tracking Error sowie Sektor‑, Industrie‑ und – wo relevant – Länderrestriktionen. Wir kontrollieren zudem die Abweichung vom Benchmark in weiteren Faktordimensionen: Volatilität, Dividend‑/Shareholder‑Yield, Safety und Momentum.
Momentum spielt dabei eine besonders stabilisierende Rolle. Es wirkt als Kontrollmechanismus für unsere zentrale, NPV‑basierte Investmentthese und hilft, das Risiko zu reduzieren, Titel im Portfolio zu behalten, die nach unserem Modell attraktiv erscheinen, deren Marktverhalten jedoch gegenteilige Signale sendet.
Unsere Strategien sind für die reale Umsetzung konzipiert – nicht nur für das Papier. Wir berücksichtigen die Komplexitäten der praktischen Umsetzung – einschliesslich Liquidität der Einzeltitel, Mindestgewicht, Anzahl der Aktien im Portfolio, gewünschte Investmentkapazität, Handelsvolumina, realistische Kostenannahmen und Out‑of‑Sample‑Renditesimulationen.
QuantArea massgeschneiderte Anlagelösungen: modular, flexibel, konzeptionell und methodisch fundiert
Ausgehend von diesem Rahmen können Kunden ihre eigenen Ziele, Restriktionen, ESG‑Kriterien, ein- und auszuschliessende Unternehmen sowie spezifische Präferenzen einbringen — bestimmte Merkmale reduzieren, andere verstärken. Sie können bei den House‑View‑Kernfaktoren bleiben oder andere Schwerpunkte wählen. Manche Kunden benötigen ein klassisches Value‑ oder Growth‑Portfolio, andere ein Minimum‑Varianz‑Portfolio. In solchen Fällen passen wir unser House‑View‑Modell an, indem wir die Rolle der Faktoren entsprechend verändern — während wir die grundlegenden Prinzipien unseres methodischen Ansatzes zur Portfoliokonstruktion und Optimierung konsequent beibehalten. Unterschiedliche Modellierungsalternativen machen die Zielkonflikte zwischen konkurrierenden Anforderungen transparent und unterstützen den Kunden dabei, die finalen Portfolio‑Parameter festzulegen.
Unser modularer Ansatz in der Portfoliokonstruktion ermöglicht ein hohes Mass an Flexibilität bei der finalen Ausgestaltung der Anlagelösung. In Kombination mit unserer modernen, leistungsstarken Infrastruktur können wir sowohl die Zeit bis zum «Proof of Concept» als auch die Zeit bis zur Markteinführung deutlich verkürzen. Das Ergebnis: Kunden profitieren von einer effektiven und effizienten Anlagelösung, zu variablen Kosten, die mit einer passiven Anlagelösung vergleichbar sind.
19. August 2026
Carmine Orlacchio, CIO
1 Fama, Eugene F., and Kenneth R. French, 2015. A five-factor asset pricing model,
Journal of Financial Economics;
Hou K, Mo H, Xue C, Zhang L., 2021. An augmented q-factor model with expected growth,
Review of Finance.